Archiv der Kategorie: 2018 – Pyrenäen

Unsere Reise mit dem Wohnmobil zu den Pyrenäen (Nordfrankreich, Spanien, Südfrankreich, Schweiz) vom 5.5. – 18.6.2018

Teil 1 – unserer Reise mit dem Wohnmobil Richtung Pyrenäen – Lille

Hallo liebe Freunde,

nun sind wir wieder einmal gestartet.

Unsere Reise soll ungefähr wie folgt aussehen: Normandie, Bretagne (weil wir die nur bei heftigem Regen kennen), französische Atlantikküste, Nordspanien bei Bilbao, dann entlang der Pyrenäen oder kreuz und quer darüber (das hängt vom Wetter ab), dann nochmal nach Barcelona (weil es dort so sehr schön ist) und an die französischen Mittelmeerküste in der Nähe von Montpellier, von dort über die Schweiz zurück.

Also am 5.5.2018 ging es los. Zunächst nach Geluwe in Belgien, wo wir unsere große Freundes-Familie besucht und dort auch übernachtet haben.

 

Nur ca. 35 km weiter – schon in Frankreich – haben wir den ersten Halt in Lille

gemacht.

Lille

Eine wunderschöne Stadt, mit sehr starkem flämischen Einschlag. Ein riesiger Platz (Pl. de General de Gaulle), schöne alte Häuser, teilweise aus der Zeit des Art Deco und dann – die sehr lauten Glocken waren nicht zu überhören – riefen uns diese zur Kathedrale „Notre Dame de la Treille“. Ein Stück weiter erklang ganz andere laute Musik: Auf einem großen Mark spielte eine 8-Personen-Band aus Kuba mit natürlich kubanischen Rhythmen. Es gab hier eine Kuba-Ausstellung, daher diese Musik. Der Markt war dicht gedrängt mit Menschen und es

Lille – Die Handelskammer mit Belfried

herrschte eine wunderbare Stimmung. An vielen Ständen konnte man frisch zubereitetes Essen  verspeisen. Wir  blieben  bei einem Stand mit Crepes stehen, die hier mit verschiedensten Zutaten gefüllt wurden. Wir entschieden uns für eine Füllung aus Brennnesseln mit Käse. Mal was anderes und es hat sehr gut geschmeckt.

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Teil 2 – unserer Reise mit dem Wohnmobil Richtung Pyrenäen – Amiens

Die nächste Station war Amiens.

WomoStellplatz in Amiens

 

Hier waren wir 2010 schon einmal und waren über die riesige Kathedrale sehr erstaunt. Damals haben wir sie nur von außen gesehen, aber da war sie farbig beleuchtet und es erklang draußen klassische Musik dazu. Dieses schöne Ereignis gab es heute nicht, das gibt es erst ab dem 15.6. Dafür haben wir uns die Kathedrale von innen angesehen.

Amiens besitzt eine der eindrucksvollsten gotischen Kirchen Frankreichs. Sie wurde ab 1220 erbaut, hat eine Länge von 145 m und die gotischen Bögen über dem Mittelschiff sind 42,3 m hoch. Es ist die größte gotische Kathedrale Frankreichs. Sie wurde als Aufbewahrungsort für den Schädel von Johannes dem Täufer erbaut. Dieser ist noch heute, umrahmt von Gold und Edelsteinen, zu sehen.

Die Außenfassade ist unglaublich beeindruckend. Über 3.600 Figuren schmücken das Portal.

Im Übrigen soll es hier in Amiens gewesen sein, wo der Heilige Martin seinen Mantel mit einem Armen geteilt hat.

Außerdem steht hier in Amiens das Haus von Jules Verne, in dem er die letzten zwei Jahrzehnte seines Lebens verbrachte und in dem er etliche seiner Science-Fiction-Werke schrieb, wie  z.B. „In 80 Tagen um die Welt“.

Auf dem Rückweg kamen wir nochmal an der Kathedrale vorbei. Die späte Nachmittagssonne  beleuchtete die Fassade, die sich damit von einem wunderbar blauen Himmel abhob. Das wollten wir noch genießen und setzten uns draußen vor ein Restaurant mit Blick auf die Kathedrale und genossen bei einem Glas kühlen Weißwein (wir hatten heute 29°) diese wunderbare Ansicht.

So hat die Reise sehr schön begonnen und so kann es ruhig weitergehen!

Teil 3 – unserer Reise mit dem Wohnmobil Richtung Pyrenäen – Giverny (Garten und Wohnhaus von Claude Monet)

Ja, und das hat es auch, denn unser nächstes Ziel waren die Gärten, Seerosenteich und das Wohnhaus von Claude Monet in Giverny.

Haus und Garten Claude Monet ist die gängige Bezeichnung für das von der Fondation Claude Monet in dem französischen Dorf Giverny verwaltete ehemalige Domizil des impressionistischen Malers Claude Monet (1840–1926).

Der Künstler mietete das Haus im Mai 1883 und legte dahinter zunächst den Ziergarten an, den er mit einer wuchernden Blumenpracht überzog. Im November 1890 war es ihm möglich, das Haus und das Grundstück zu kaufen. 1893 erweiterte Monet den Garten, den mittlerweile sechs Gärtner pflegten, um ein Stückchen Land an der Epte. Dort entstand in den folgenden Jahren der sogenannte Wassergarten mit dem von einer Brücke nach japanischem Vorbild überspannten Seerosenteich, der Monet sehr häufig als Motiv diente.

Monet liebte die Gartenkunst, las Fachliteratur und besuchte Gartenausstellungen. Der Garten diente ihm nicht nur zur Erholung, sondern inspirierte ihn auch für seine Gemälde.

 Waren wir anfangs von der Masse Touristen geschockt, die in unendlich langer Warteschlage am Ticketschalter standen, so hatten wir doch Glück. Ein Einweiser schickte uns zum fast leeren Gruppenticket-Schalter und schon standen wir in den Gärten und waren überwältigt. Welch‘ eine Blumenfülle, welch‘ ein Duft! Die Sonne und der blaue Himmel dazu waren einfach passend. Es war ein Fest für alle Sinne. In seinem Wohnhaus hingen viele, viele seiner Bilder und die seiner Maler-Freunde.

Dann natürlich noch der Seerosenteich! Die Frösche quakten, die Vögel sangen. Es war eine unglaubliche Idylle, wenn auch die Seerosen noch nicht blühten, so blühte es aber ringsumher. Es gab Fotomotive ohne Ende. Ich kann verstehen, dass Monet allein den Seerosenteich viele Male gemalt hat. Ich selbst habe auch unendlich  viele Bilder gemacht. Die Auswahl ist sehr schwierig. Sogar die berühmte Brücke über den Teich, die auf seinen Bildern mit üppig blühendem Blauregen gemalt ist, konnten wir mit genauso üppig blühendem Blauregen bewundern. Nur leider war es nicht möglich, diese Brücken auch nur für einen winzigen Moment ohne die Massen von Touristen zu erblicken. So ist das eben. So wunderbare Orte wollen natürlich sehr viele Menschen sehen. Dieses ist im übrigen – nach Mont St. Michel – der meistbesuchte Ort Frankreichs. Ich kann es verstehen.

Diese Eindrücke mussten wir erstmal sacken lassen und sind daher auch nicht mehr weitergefahren, sondern haben den Nachmittag in der Sonne bzw. Schatten beim Womo und auch die Nacht hier verbracht, denn wir standen auf einem großen Parkplatz neben großen grünen Wiesen, wo es sich gut aushalten ließ.

Liebe Grüße

Helga und Adalbero

Teil 4 – unserer Reise mit dem Wohnmobil Richtung Pyrenäen –Rouen

Hallo liebe Freunde,

nur ca. 5 km von Giverny entfernt ist der geschichtsträchtige kleine Ort Vernon.

Sehenswert und fotogen sind die Überreste einer mittelaltelterlichen Brücke, auf der noch die einstige Mühle sowie daneben Teile der Wehranlagen stehen. (s. Bild oben)

Das war auch ein Motiv der Bilder von Monet.

Dann ging es weiter nach Rouen. Hier waren wir vor 8 Jahren schon einmal und kannten die Stellplätze für Wohnmobile direkt am Ufer der Seine gegenüber der Kathedrale Notre Dame. Leider hat dieser P inzwischen einem kleinen Park Platz gemacht, aber nur ca. 500 m weiter gab es einen neuen Platz für Womos, nicht so schön, ein wenig gerümpelhaft und auch nicht mit Blick auf Kathedrale, darum blieben wir auch nicht über Nacht hier.

Blick auf Seine und Rouen

Im übrigen war ein verstorbener Onkel von mir während der Kriegszeit auch hier. Fast an derselben Stelle, an der wir vor 8 Jahren mit unserem Womo standen, dort stand er 1944 wohl auch und hat ebenso wie wir Fotos gemacht. Eines zeigt „Rouen in Brand“, wir hatten es damals abends mit der wundervollen Beleuchtung auch fast „in Brand“ gesehen. Zum Glück sehr viel erfreulicher.

Blick auf das brennende Rouen 1943

Rouen wurde im 2. Weltkrieg mit verheerenden Bomben-angriffen der Alliierten weitgehend zerstört. Nach dem Krieg wurde es aufwendig im mittelalterlichen Stil wieder aufgebaut. Das Beeindruckendste ist aber nach wie vor die Kathedrale Notre Dame. Sie gehört mit ihrem üppigen Skulpturenschmuck zu den schönsten Kirchenfassaden Europas. Der rechte Turm, der 1507 fertiggestellt wurde, heißt „Butterturm“, weil er zum größten Teil aus Ablassgeldern finanziert wurde, das jeder entrichten musste, der während der Fastenzeit Milch und Butter aß. Er ist mit 151 m der höchste Kirchturm Frankreichs.

Es gibt wirklich sehr viel zu sehen hier, natürlich auch die neue sehr eigenwillige Kirche Englise Sainte-Jeanne-d’Arc.

Kirche Sainte-Jeanne-d’Arc.

Jeanne-d’Arc wurde der Ketzerei angeklagt und 1431 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. An dieser Stelle steht heute ein großes Kreuz zur Erinnerung und daneben eine 1979 erbaute, sehr eigenwillige Kirche. Die Form des Kirchendaches und der kleinen Vorhallen erinnern an die Flammen des Scheiterhaufens. Als großen Kontrast dazu gibt es im Innern prachtvolle Buntglas-Fenster aus der ehemaligen Kirche Saint-Vincent aus dem 16. Jh.

 Das war einmal ganz etwas anderes.

 

….

Teil 5 – unserer Reise mit dem Wohnmobil Richtung Pyrenäen – Le Havre

….

Nun sollte es wieder Richtung Küste gehen. Auf dem Weg kamen wir in Lillebon vorbei, wo es tatsächlich noch die Reste eines römischen Amphitheaters gab.

Amphitheater Lillebon

Hat es uns ursprünglich gar nicht nach Le Havre gezogen, so habe ich doch im Reiseführer einige interessante Sachen gelesen. Und tatsächlich: wir waren sehr erstaunt, hier nur einige wenige Beispiele:

Le Havre wurde im September 1944 durch Bombenangriffe der Alliierten fast vollständig zerstört, 3.000 Zivilisten kamen dabei ums Leben. Der belgische Architekt Auguste Perret hat die Stadt wieder aufgebaut. (Mein Eindruck: wie in der ehemaligen DDR, alles Plattenbauten.)

Aber dann dazwischen die Kirche St-Joseph! Wie ein Quadrat und in der Mitte der riesige Turm – von überall zu sehen – mit 107 m. Von Innen, fast nicht zu glauben, thront der Turm über dem Altar in der Mitte der Kirche und man kann bis zur Spitze hochsehen. Alles ist mit 13.000 bunten Glasfenstern versehen. Gigantisch.

 

 

Dann noch ein besonderes Gebäude: „Le Volkan“.

(s. Bild oben)

Der Name deutet schon auf die Form hin. Zwei Gebäude, die aussehen wie riesige weiße Zelte. Es handelt sich um ein Kulturzentrum mit Konzertsaal und Kino. Sie sind erbaut vom brasilianischen Stararchitekten Oscar Niemeyer, der auch die Hauptstadt Brasilia erbaut hat.

„Containerkunst“ am Hafen von Le Havre

So etwas hatte ich in Le Havre nicht erwartet und war angenehm überrascht.

….

Teil 6 – unserer Reise mit dem Wohnmobil Richtung Pyrenäen – Honfleur

Weniger angenehm überrascht waren wir allerdings über unseren nächsten Übernachtungsort Honfleur.

Wir wussten, dass es sich um einen sehr großen Stellplatz für Wohnmobile handelt, aber er war rappelvoll mit über 200 Womos. Und es kamen immer mehr, ich weiß nicht, wo die noch geblieben sind. Auf alle Fälle sind wir am späten Nachmittag noch in den romantischen Ort gegangen, aber von Romantik kann keine Rede sein. Es wimmelte nur so von Touristen, als ob man in einen Ameisenhaufen gestochen hätte. Zwar ist der Ort mit seinem Hafen und der alten Kirche sehenswert, trotzdem machten wir nur einen kurzen Rundgang (wir waren 2010 schon einmal hier – da war es aber nicht so voll) und genossen stattdessen die Abendsonne hinter unserem Womo, denn wir hatten einen Platz mit Wiese am Wasser ergattert und mit Blick auf die gigantische Brücke „Pont de Normandie“.

Liebe Grüße

Helga und Adalbero

Teil 7 – unserer Reise mit dem Wohnmobil Richtung Pyrenäen – Caen

Hallo liebe Freunde,

Wallfahrtskirche in Lisieux

nachdem es in der Nacht geregnet hat, der Himmel am Morgen bedeckt war und sehr eisig kalter Wind wehte, drehten wir dem Meer erstmal wieder den Rücken zu und fuhren über Lisieux (Wallfahrtsort)

 

 

 

nach Caen.

Das war wieder eine sehr alte und interessante Stadt. (s. Bild oben)

Caen wurde 1060 von „Wilhelm der Eroberer“ mit einer Burganlage gegründet, die später immer erweitert wurde. Damit die Kirche einer Heirat (Cousine/Cousin 5. Grades) mit Mathilde von Flandern zustimmte, stifteten beide ein Kloster: das Benediktinerkloster „Abbaye aux Hommes“ und „Abbaye aux Dames“. Trotz großer Bombardierungen 1944 (die Stadt wurde zu 80% zerstört) blieben diese Klöster und auch die Burg weitgehend verschont.

Benediktinerkloster „Abbaye aux Hommes“

Inzwischen schien die Sonne wieder und es war ein interessanter Rundgang durch diese Stadt.