Archiv der Kategorie: 2018 – Apulien-Toskana

Reise nach Apulien (zum Stiefelabsatz vo Italien) und zurück über Rom und die Toskana

Teil 1 – unserer Reise mit dem Wohnmobil nach Apulien – Start am Gardasee

Rundbrief 1/2018 unserer Reise nach Süditalien – Apulien

19.9.2018

Hallo liebe Freunde,

in diesem Jahr, in diesem Spätsommer, zieht es uns nach Süditalien, genauer zum Stiefelabsatz, nach Apulien.

Reiseroute

Zunächst waren wir natürlich noch bei unserem Sohn mit Familie in Nürnberg und danach bei Familie in Österreich, aber am 18.9. ging es dann endlich los. Zunächst bis nach Bardolino am Gardasee. Obwohl nun schon Mitte September ist, war der Campingplatz, auf den wir immer fahren, rappelvoll und wir hatten Glück, auf einem Nachbar-Campingplatz noch ein Plätzchen für eine Nacht für uns zu finden. Es ist immer wieder schön am Gardasee und fast jeden Abend gibt es einen wunderbaren Sonnenuntergang.

Da wir ja in den Süden wollen, sind wir dieses Mal über San Marino gefahren. Ich war mit meinem allerersten Auto, zusammen mit meinem Bruder und seiner Frau, im Jahre 1968 schon einmal da, aber ich hatte gar keine Erinnerung mehr daran. Na ja, es ist eben ein altes Burggemäuer, viele enge kleine Straßen mit unendlich vielen Geschäften, die insbesondere Parfum, Handtaschen, Gürtel und Lederjacken verkaufen wollten – zu angeblich günstigen Preisen – und natürlich große Mengen an unglaublichen Kitsch-Souvenirs. Trotzdem war das natürlich interessant anzusehen.

Etliche Stunden Herumgelaufe bergauf und bergab haben aber gereicht und wir sind Richtung Meer gefahren. In einem kleinen sehr alten Ort namens Gradara fanden wir ein Übernachtungsplätzen und – da wir von San Marino offensichtlich noch nicht genug hatten – sind wir auch hier noch etliche Zeit in diesem hübschen alten Ort herumgebummelt.

Liebe Grüße

Helga und Albert

 

 

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Teil 2 – unserer Reise mit dem Wohnmobil nach Apulien – Loreto

Rundbrief 2/2018 unserer Reise nach Süditalien – Apulien

20.9.2018

Hallo liebe Freunde,

Richtung Süden kamen wir in den Ort Loreto, einem Wallfahrtsort in Italien. Hier gibt es die große „Basilika vom Heiligen Haus“.
Zwar sieht sie von außen eher wie eine wuchtige Verteidigungs-Festung aus, aber hier inmitten der Basilika steht ein kleines gemauertes Haus.
Dazu gibt es natürlich eine Geschichte:

Das „Heilige Haus von Loreto“ ist der Legende nach das Haus, in dem Maria, die Mutter Jesu, aufwuchs und in dem sich die Verkündigung des Herrn ereignete. Es befindet sich mit einer figurenreichen Renaissanceverkleidung in der Basilika und macht diese als Ziel der Loretowallfahrt zum zweitwichtigsten Wallfahrtsort in Italien. Das Haus ist 9,25 Meter lang, 4,1 Meter breit und 5 Meter hoch. Die Decke des Innenraumes besteht aus einem Tonnengewölbe. Ein einziges kleines Fenster, das „Engelsfenster“, spendet etwas Licht. Durch dieses Fenster gelangte der Überlieferung zufolge der Erzengel Gabriel ins Haus. Das gemauerte Haus Mariens soll im Jahre 1294 durch Engel auf den Hügel von Loreto gebracht, nachdem die Kreuzfahrer endgültig aus Palästina vertrieben worden waren. Allerdings sind Forscher und Archäologen der Meinung, dass die Steine dieses Hauses tatsächlich aus Palästina stammen, sie aber wohl mit einem Schiff hergebracht wurden. Das belegen Untersuchungen der Steine, denn sie zeigen Graffiti mit aus hebräischen Buchstaben entwickelten christlichen Monogrammen, wie sie auch aus Jerusalem bekannt sind. Zwischen dem Mörtel hat man als Votivgaben Münzen des Herzogtums Athen, fünf rote Stoffkreze, wie sie die Kreuzritter an ihre Mäntel nähten, sowie Schalen von Straußeneiern (Symbol für die Jungfräulichkeit) gefunden. Das Heilige Haus wurde in Loreto zunächst mit einer kleinen Kirche überbaut. 1468 begann dann, unter Beteiligung der bedeutendsten italienischen Architekten und Künstler, die Errichtung der heutigen kreuzförmigen Kuppelbasilika in Formen der Nachgotik und der Renaissance. Mit der repräsentativen Fassade war die Kirche 1587 vollendet.

Inmitten dieses Heiligen Hauses steht nun eine mit Juwelen geschmückte schwarze Statue der Jungfrau Maria. Sie ist das Ziel der Pilgerströme. Interessante Orte begegnen uns auf unseren Reisen immer wieder.

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Teil 3 – unserer Reise mit dem Wohnmobil nach Apulien -Termoli

Leider war der Himmel total zugezogen und es kam auch leichter Regen auf. Aber es war sehr warm, darum wollten wir endlich ans Meer und bei Lido San Tommaso fanden wir auch einen schönen Übernachtungsplatz direkt am Meer.

Nun ging es nach Termoli (s. Bild oben). Hier entdeckten wir die erste von vielen Burgen, die der Stauferkaiser Friedrich II gebaut hat, sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist eine von den kleineren Burgen. Und eine Kathedrale gibt es auch, die stammt aus dem 12. Jahrhundert.

Ansonsten gab es in dem Ort nicht viel zu sehen und darum wollten wir endlich nach Apulien, zunächst auf den „Stiefelsporn“ Gargano.

Nach einigem Suchen nach einem schönen Stellplatz am Meer sind wir dann in „Lido Azzuro“ kurz vor Peschico gelandet. Oberhalb des Meeres gelegen und mit Blick auf das Wasser genießen wir die wunderbare Abendstimmung.

 

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Teil 4 – unserer Reise mit dem Wohnmobil nach Apulien – Vieste

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Entlang der Küste kamen wir nach Vieste.

Vieste ist auf der Landkarte am „Sporn“ des „italienischen Stiefels“ zu finden. Das Städtchen, das auf einem felsigen Vorgebirge am äußersten Ostrand des Gargano gelegen ist, besteht aus einem auf der Felsspitze San Francesco gelegenen alten Ortskern, der typisch mittelalterlich ist und einem modernen Teil.

Die Erosion hat den Kalkstein der umgebenden Küste stark umgeformt. So sind an verschiedenen Orten eigenwillig geformte Felsen, Grotten und Bögen zu sehen.


Hier in diesem wirklich wunderschönen alten Städtchen sind wir herumgeschlendert und fanden dann ein Lokal, von dem aus man einen Blick auf die äußerste Landspitze hat, auf der eine Klosterkirche steht. (s, Bild oben). Leuchtend weiß in der Sonne, die ihre letzten Strahlen darauf warf. Ein herrlicher Anblick. Und am Abend haben wir dann vor unserem Womo am Strand gesessen und zugesehen, wie der Mond das Meer beleuchtet hat. Was für ein schöner Ausklang an einem insgesamt herrlichen Tag..

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Teil 5 – unserer Reise mit dem Wohnmobil nach Apulien -Monte Sant’Angelo

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Das nächste Ziel war die Felsenkirche Monte Sant’Angelo und die Straße dorthin führte an einer Straße direkt am Meer entlang. Das Meer hat hier an der Küste viele Spuren eigegraben und es gab immer wieder fantastische Ausblicke auf das Meer, die Küste und die Felsen.

Dann ging es ins Landesinnere. Es führte eine ca. 20 km lange steile Straße auf ca. 900 m Höhe mit vielen, vielen Serpentinen. Oben landeten wir auf einem riesigen Parkplatz, vollgestellt mit Massen von großen Reisebussen. Da befürchteten wir schon, was auf uns zukam.

„Im Ort des heutigen Monte Sant’Angelo erschien der Legende nach im Jahr 492 der Erzengel Michael den Hirten. San Michele – die Hauptkirche von Monte Sant’Angelo – ist eine Grottenkirche, d.h. die Kirche selber liegt im Innern des Berges und ist aus dem Berg herausgehauen. Was oben auf der Bergspitze zu sehen ist, ist nur der achteckige Glockenturm der Kirche (1273/74) und die zweiteilige Eingangshalle (1395). Die Archivolteninschrift des Eingangs besagt, dass demjenigen, der die Grotte betritt, sämtliche Sünden vergeben werden. Michele ist eine dem Erzengel Michael geweihte Wallfahrtskirche und einer der ältesten Pilgerorte des Abendlandes. Nach dem Vorbild dieses ersten Michael-Heiligtums wurde der Sage nach im Jahr 708 in Nordfrankreich in der Normandie der dortige Michaelskult gegründet und auf dem Mont SaintMichel eine neue Kultstätte gebaut.“

Im Zugang zur Grottenkirche warteten schon unendlich viele Menschen und auf Bildschirmen wurde derweil der Gottesdienst übertragen, den es gerade hier gab (und davon gibt es ständig welche). Zum Glück war er kurz danach beendet und es begann ein Schieben und Drängen von Menschen, die hinaus- und anderen, die endlich hinein wollten. Schade, das hatte ich mir anders vorgestellt, hier hatte ich mir eigentlich viel von versprochen. Zwar ist der Ort selber auch ein hübscher, alter Ort, aber auch vollgepackt mit Souvenirläden, die u.a. Abbildungen von Michael und anderen Heiligen anbieten. Die langwierige und kurvenreiche Zufahrt und Abfahrt hat sich dafür – für uns – nicht gelohnt. Schade.

Dafür entschädigte uns am späten Nachmittag nochmal der Strand und ein Bad im Meer.

Liebe Grüße

Helga Eichinger

Teil 6 – unserer Reise mit dem Wohnmobil nach Apulien – Melfi

Rundbrief 3/2018 unserer Reise nach Süditalien – Apulien 24.9.2018

Hallo liebe Freunde,

einer der Höhepunkte unserer Reise – zumindest für mich – war der Ort Melfi. Ich lese nämlich zur Zeit die „Normannen-Saga“, aktuell Band 4. Das spielt in den Jahren um 1050 und handelt von den Normannen (die tatsächlich aus der Normandie kamen), die sich die Länder Apulien und Kalabrien einverleibt bzw. mit Gewalt unter den Nagel gerissen haben. Die handelnden Personen in dem Roman gab es tatsächlich und ihr Hauptsitz war das Castell in Melfi.

Natürlich ist es in späteren Jahren um- und angebaut, insbesondere der Stauferkaiser Friedrich II, der in Apulien sehr viele Burgen errichtet hat, hat das Castel Melfi natürlich nicht ausgelassen. Trotzdem war es sehr interessant, ich konnte mir gut vorstellen, wie die Ritter der damaligen Zeit zu Pferde über die Zugbrücke und durch das Tor in die Burg hineingeritten sind. Na ja, ein wenig Phantasie braucht es schon dazu.

Die Landschaft rundherum war ebenso interessant, denn Melfi liegt direkt auf einem schon ewig erloschenen Vulkan und die Berge rundherum sind ebenfalls Vulkankegel.

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Teil 7 – unserer Reise mit dem Wohnmobil nach Apulien – Castel del Monte

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Dann ging es weiter zur bekanntesten Burg von Friedrich II, das Castel del Monte. Zunächst sind wir aber – da es schon später Nachmittag war – auf dem riesigen Parkplatz – ca. 1 km entfernt – geblieben und sind am nächsten Morgen zu Fuß zur Burg gegangen (obwohl es einen Shutle-Bus gibt).

„Castel del Monte ist einer der geheimnisvollsten Orte Italiens. Diese Burg wurde im Jahr 1240 vom Stauferkaiser Friedrich II. errichtet. Die Burg zeichnet sich durch ihre ungewöhnliche Form mit achteckigem Grundriss aus, wobei jeweils an den Ecken ebenfalls achteckige Türme errichtet wurden. Die Forscher rätseln, warum Friedrich II diese Burg erbauen ließ, denn weder eine Stadt noch eine strategisch wichtige Straße liegen in der Nähe. Als Verteidigungsanlage war die Burg sicher auch nicht gedacht, denn es fehlen so entscheidende Elemente wie Burggraben, Zugbrücke, Schießscharten und Falltüren. Eine Theorie besagt, dass es die im 13. Jh. bedeutende Symbolik der Geometrie sein könnte. Das Achteck verkörperte die Verbindung von Kreis und Quadrat, den Symbolen für Gottes Allmacht (das Unendliche) und der Vollkommenheit des Menschen (das Endliche). Und Ironie des Schicksals: Jahre später wurden seine beiden Enkel lebenslänglich in diesem Castel eingekerkert.“

 

 

 

 

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