Archiv der Kategorie: 2017 – Balkan-Route, Griechenland, Italien

unsere Reise mit dem wohnmobil über die Balkan-Route (Slowenien, Kroatien, Montenegro, Albanien), sowie weiter durch Griechenland und über Italien zurück

Teil 1 – unserer Reise mit dem Wohnmobil über die Balkanroute nach Griechenland und Italien – Ljubljana

Rundbrief 1/2017 — Ljubljana, den  11.9.2017

Hallo liebe Freunde,

nachdem unsere Reise im Frühjahr krankheitsbedingt nicht stattfinden konnte, wollen wir es nun aber endlich angehen lassen.

Unser Reiseverlauf soll folgender sein:

Zunächst zu unserem Sohn Frank, der jetzt in Nürnberg wohnt, dann zu unserer Familie in Österreich und dann … endlich die Balkan-Route. Beginnend in Istrien wollen wir die kroatische Küste entlangfahren, kurz Bosnien-Herzegowina streifen, dann nach Montenegro und Albanien nach Griechenland.

Reiseroute

Eine ehemalige Kollegin, Uta und ihr Mann Klaus, haben ebenfalls vor, diese Strecke zum selben Zeitpunkt wie wir zu fahren und so werden wir etliche Strecken gemeinsam fahren. Für das geplante Stück in Albanien ein beruhigendes Gefühl, dort nicht allein zu sein, aber vermutlich ist das etwas ungute Gefühl sowieso total unnötig. Wir werden es sehen und lassen uns überraschen.

So, das zur Einleitung und nun geht es los:

Von Österreich über Graz fuhren wir nach Slowenien und zur Hauptstadt Ljubljana.

 Ljubljana (ca. 290.000 Einwohner) gehörte lange Zeit zu Österreich (schon1278 habsburgisch) und zeitweise auch zu Deutschland. Der alte deutsche Name ist: Laibach.
Mitten in Ljubljana thront die mächtige Burg. Das architektonische Stadtbild wurde maßgeblich vom weltberühmten Architekten Jože Plečnik geprägt. Plečniks Ljubljana zählt heute weltweit zu den bedeutendsten Kunstwerken des 20. Jahrhunderts, so  z. B. die Drei Brücken,

Ljubljana – drei Brücken

die National- und Universitäts-bibliothek, die Markthallen, die Drachenbrücke usw. Außerdem wurde sie zur Grünen Hauptstadt Europas 2016 gewählt.

 

Ljubljana – Marktplatz

Hat es auf der Fahrt hierher auch zeitweise sehr geregnet, kamen wir doch trocken auf dem Stellplatz an und flugs ging es mit dem Fahrrad in die City, um die bekanntesten Sehenswürdigkeiten anzusehen.

Hier in dieser schönen Stadt verbrachten wir nun unsere erste Nacht dieser Reise.
Und da wir hier auch freies Wlan haben, schicke ich auch gleich die erste Mail ab.

Liebe Grüße
Helga

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Teil 2 – unserer Reise mit dem Wohnmobil über die Balkanroute nach Griechenland und Italien – Buje und Novigrad

Rundbrief 2/2017 — Istrien, den 14.9.2017

Hallo liebe Freunde,

nun sind wir also in Kroatien, genauer auf der Halbinsel Istrien. Leider ist das Wetter nicht schön und alle Stellplätze am Wasser, die in meinem Buch angegeben sind, dürfen inzwischen nicht mehr von Womos genutzt werden. So sind wir ein wenig ins Landesinnere gefahren zu dem kleinen Ort Buje auf einem Berg.

Buje

Ich fühlte mich wie in der Toskana. Und endlich wurde auch das Wetter besser. Hier trafen wir nun auch Uta und Klaus und haben, nachdem wir den hübschen kleinen Ort angesehen haben und auch noch einen grandiosen Sonnenuntergang erleben durften, den Abend in unserem Womo bei einem Glas Wein beendet.

Novigrad

Am nächsten Tag haben wir uns zunächst Novigrad, einen hübschen kleinen Hafenort (s. Bild oben), angesehen.

Teil 3 – unserer Reise mit dem Wohnmobil über die Balkanroute nach Griechenland und Italien – Kroatien (Istrien): Poreč

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Dann ging es weiter nach Poreč. In Poreč haben Adalbero und ich unseren ersten gemeinsamen Urlaub verbracht, das ist nun schon 44 Jahre her. Es hat sich logischerweise sehr viel verändert, aber die Altstadt ist natürlich noch genauso und die ist sehr schön und sehenswert, insbesondere auch die Euphrasius-Basilika.

Die Euphrasius-Basilika ist in ihrer heutigen Gestalt im 6. Jahrhundert errichtetet und ist einer der bedeutendsten Sakralbauten Kroatiens. Weil sie in späteren Zeiten kaum verändert wurde, ist sie eines der wichtigen Zeugnisse spätantiker und frühbyzantinischer Kunst im gesamten Adriaraum; 1997 wurde sie von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Euphrasius-Basilika

Viele dieser sehr alten Mosaike auf Fußböden und Wänden sind teilweise noch gut erhalten.

Inzwischen lachte die Sonne von einem blauen Himmel und so haben wir ein Restaurant mit einem schattigen Plätzchen am Meer gefunden, um das kroatische  Essen zum Mittag zu probieren.

Da  Istrien ein großes Touristenzentrum geworden ist, wird es fast unmöglich, kostenlose Stellplätze am Meer zu finden. Daher sind wir auf einen Campingplatz ausgewichen (s. Bild oben) und sind endlich flugs ins Wasser gesprungen.

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Teil 4 – unserer Reise mit dem Wohnmobil über die Balkanroute nach Griechenland und Italien – Rovinj

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Am nächsten Tag stand die nächste große Touristenburg auf dem Programm:  Rovinj.  (Bild s. oben) .

Auf dem Weg dorthin mussten wir den Lim-Fjord umrunden. Wie heißt es so schön: „Der längste Fjord Europas – außer den nordischen Ländern.“ Bei unserem damaligen Aufenthalt hier besuchten wir am Lim-Fjord ein Filmdorf, in dem einige Winnetou-Filme gedreht wurden. Ob es immer noch steht, weiß ich nicht, wir haben es nicht gefunden und auch kein Hinweisschild dorthin entdeckt.

Lim Fjord

Dann ging es weiter nach Rovinj. Uns begegneten viele, viele Womos und auf einem großen Parkplatz, extra für Busse und Womos, war es am frühen Vormittag noch relativ leer, aber nicht mehr in der Altstadt.

Rovinj: Torre dell’Orologio (Uhrturm)

Die Touristen wimmelten wie Ameisen durch den Ort und die engen, schmalen Gassen entlang. Sicher sind diese kleinen Gassen sehenswert, ebenso die Wege, die mit uralten Pflastersteinen belegt sind und die schon ganz blank gescheuert sind von den vielen Touristenfüssen. Aber die unendliche Menge von Menschen hat es mir verleidet, mich dort länger aufzuhalten und so haben wir nach 2 Stunden die Flucht ergriffen. Dazu kommt, dass die Parkplatzgebühr pro Stunde 3,50 Euro kostet, da wollten wir ohnehin nicht den ganzen Tag bleiben.

So machten wir uns auf den Weg Richtung Pula und fanden unterwegs einen schönen Badeplatz, direkt am Wasser und dazu noch kostenlos!

Liebe Grüße

Helga

Teil 5 – unserer Reise mit dem Wohnmobil über die Balkanroute nach Griechenland und Italien – Pula

Rundbrief 3/2017  — Istrien, den 15.9.2017

Hallo liebe Freunde,

ein interessanter Ort stand nun auf dem Programm: Pula.

Das Gebiet um Pula kann auf eine rund 7000-jährige Geschichte zurückblicken. Die Erstbesiedelung der Stadt wird auf das 10. Jahrhundert vor Christus datiert.  Von Römern im Jahr 177 vor Christus erobert, wurde Pula eine römische Kolonie. Hauptattraktion ist das Amphitheater, es wurde in den Jahren 2 v. Chr. bis 14 n. Chr. unter Kaiser Augustus erbaut. Vespasian ließ das Oval auf seine heutige Größe von 132 mal 105 Metern erweitern. Wie die Legende erzählt, wollte er damit seiner aus Pula stammenden Geliebten einen Wunsch erfüllen. Es bot 23.000 Besuchern Platz und ist das sechstgrößte seiner Art.

 Neben dem Amphitheater (Bild s. oben) gibt es u.a. noch den Tempel des Augustus, die in Teilen erhaltene Stadtmauer mit Toren, die Überreste von zwei Theatern, eine Zitadelle usw.

Pula: Triumphbogen der Familie Sergei, Goldenes Tor (Porta Aurea)

Da gab es wirklich viel zu sehen und obwohl es auch eine sehr bekannte Stadt ist, in der sich natürlich ebenfalls viele Touristen tummeln, ist es bei weitem nicht so überlaufen, wie z.B. Rovinj. Das war wirklich ein interessanter (halber) Tag in Pula.

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Teil 6 – unserer Reise mit dem Wohnmobil über die Balkanroute nach Griechenland und Italien – Labin

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Den Rest des Tages verbrachten wir in Labin. (Bild s. oben)

Labin ist ein hübscher kleiner Ort auf einem Hügel mit verwinkelten Gassen und etlichen schönen alten Häusern. Von einem Aussichtsturm hat man einen wunderbaren Blick auf die Landschaft rundherum. Hier gibt es einen neuen großen Parkplatz, auf dem das Übernachten nicht verboten ist. Und gerade, als wir nachmittags von unserer Besichtigungstour zurückkamen, fing es an zu regnen. So freuten wir uns, hier gut und sicher die Nacht zu verbringen.

Labin

Zwar hat es in der Nacht heftige Gewitter gegeben, aber am nächsten Tag war alles trocken. So sind wir durch die Berge zurück an die Küste nach Senj gefahren. Auf dem Weg dorthin zog es sich mehr und mehr zu und in Senj begann ein heftiges Gewitter mit Starkregen, so dass nach kurzer Zeit die Straße sich fast in einen Fluss verwandelte. Zum Glück konnten wir noch rechtzeitig auf einen Parkplatz eines Supermarktes flüchten und beim Kaffeetrinken das Unwetter abwarten, denn der weitere Weg sollte uns zu den Plitvicer Seen führen und der Weg führte mit vielen Serpentinen über Berge dorthin. Das wollten wir sicher nicht bei Gewitter mit Starkregen machen.

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Teil 7 – unserer Reise mit dem Wohnmobil über die Balkanroute nach Griechenland und Italien – Plitvicer Seen

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Nach knapp 2 Stunden hörte der Regen auf und wir konnten unseren Stellplatz nahe des Eingangs zu den Plitvicer Seen bei Sonnenschein aufsuchen. Leider gewitterte es die Nacht wieder sehr heftig und auch am Morgen, als wir gemeinsam mit Uta und Klaus los wollten, regnete es wieder stark. Da der Wetterbericht eigentlich schon für morgens gutes Wetter angesagt hatte, sahen wir es positiv machten wir uns trotz Regens auf den Weg.

Mit einer Höhe von 78m ist der Veliki Slap (großer Wasserfall) der höchste Wasserfall des Nationalparks Plitvcer Seen und sogar ganz Kroatien

Die  Plitvicer Seen (s. Bild oben) sind der flächenmäßig größte Nationalpark Kroatiens. Er wurde 1949 gegründet und befindet sich unweit der Grenze zu Bosnien und Herzegowina.  Das geschützte Nationalparkgebiet umfasst 296,85 Quadratkilometer. Die Plitvicer Seen wurden 1979 als eines der ersten Naturdenkmäler weltweit in das UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen. Der Nationalpark ist für seine kaskadenförmig angeordneten Seen weltbekannt, von denen an der Oberfläche derzeit 16 sichtbar sind. Diese bildeten sich durch den Zusammenfluss einiger kleiner Flüsse sowie durch unterirdische Karstzuflüsse. Die entlang einer Fließrichtung angeordneten Seen sind durch natürliche Barrieren voneinander getrennt, ein Merkmal von einzigartigen Naturvorgängen. Die tiefsten Seen sind 37 und 47 Meter tief.

ebenfalls der Veliki Slap (großer Wasserfall)

Von 1962 bis 1968 wurde in Kroatien ein Großteil der Karl-May-Filme gedreht. Auch der erfolgreichste Film dieser Reihe „Der Schatz im Silbersee“ wurde an einigen Schauplätzen im Nationalpark gedreht.

Eingepackt in Regenkleidung ging es los, zunächst mit einem Elektroboot über den See – wunderbar, wie das Boot so geräuschlos in dieser stillen Landschaft über das Wasser gleitet. Langsam hörte der Regen auf und die ersten blauen Wolkenlücken zeigten sich, einschließlich eines schwachen Regenbogens. Wenn das nicht glückverheißend für das weitere Wetter ist? Und tatsächlich kam die Sonne heraus und verwandelte die Landschaft in eine Traumwelt.

Zu Fuß ging es weiter entlang der Seen und unzähligen Wasserfälle. Und dann standen wir vor dem größten Wasserfall, der in mehreren Strömen 78 m in die Tiefe fällt. Gewaltig. Allerdings kennen wir von Norwegen noch gewaltigere Wasserfälle, aber dieser war wirklich sehr beeindruckend. Nach einem weiteren Fußmarsch und Fahrt mit einer „Panoramabahn“ gelangten wir an ein anderes Ende der Seen und auch von dort ging es zu Fuß auf gut ausgebauten Bohlenwegen an und zwischen den Seen weiter. Es ist wirklich eine der schönsten Landschaften, die wir je gesehen haben. Ein klein wenig getrübt wurde es leider durch die unglaublichen Massen von Touristen. Zeitweise war auf den schmalen Bohlenwegen kaum ein Durchkommen denn links und rechts neben den Bohlenwegen gurgelte das Wasser und teilweise führten sie auch über kleine Wasserfälle, Geländer gab es keine und so war es schon manchmal sehr eng. Aber auch wir gehörten zu den ca. 1 Million Besucher im Jahr.

Liebe Grüße

Helga