Archiv der Kategorie: 2016 – Großbritannien-England-Irland-Wales

Unsere Reise mit dem Wohnmobil durch Großbritannien mit dem Ziel: Irland. Der Weg führt über Belgien, England, Wales, Irland, Wales, England, Belgien.
vom 15.5. bis 30.6.2016

Teil 1 — unserer Reise mit dem Wohnmobil nach Irland: Belgien – Brügge

Rundbrief 1/2016 unserer Reise nach Irland

17.5.2016

Hallo liebe Freunde,

ja, es ist wieder soweit. Wir haben uns erneut auf den Weg gemacht. Die Reise soll uns dieses mal über Belgien nach Dunkerque/Frankreich und von dort zunächst nach Südengland – Cornwall – Wales und nach Irland führen. Im Jahr 2010 haben wir schon einmal eine ähnliche Tour gemacht, es hat uns insbesondere in Irland so gut gefallen, dass wir damals beschlossen haben, unbedingt nochmal dorthin zu fahren.

Kurz nach unserem Start am Pfingstsonntag auf der A 2 begann es für uns gleich mit viel Glück, na ja, wie man es sieht: Während der Fahrt riss die Dachlucke über den Betten 2 x auf, so dass Albert auf den nächsten P fuhr und mit Hilfe eines Drahtes die Luke fest verschloss. Das war ein Aufenthalt von 5 – 10 Minuten. Und ein Stück weiter kamen wir an einem schweren Unfall vorbei, der ca. 5 – 10 Minuten vorher stattgefunden haben musste, es war noch keine Polizei oder Krankenwagen dort. Auf alle Fälle lag rechts auf dem Grünstreifen halb auf der Seite, halb auf dem Dach ein PKW, Autoteile und ein abgerissenes Rad lagen verstreut auf der Autobahn, zwei Menschen lagen sich weinend in den Armen, was sonst noch war, konnten wir in der Schnelle nicht sehen. Hätten wir den kurzen Aufenthalt nicht gehabt, wären wir womöglich in den Unfall mit verwickelt worden. Und einige Zeit später kam im Radio auch die Verkehrsdurchsage, dass es an eben dieser Unfallstelle inzwischen einen langen Stau gibt.

Da begann unsere Reise doch mit sehr viel Glück und wir fuhren guten Mutes weiter bis nach Brügge.

1x-brueggeLeider gab das Auto-Ladekabel für unser tomtom-Navi den Geist auf, aber zur Überbrückung konnten wir uns mit kurzen anderen Kabeln  behelfen.

Na gut, in Brügge gab es einen guten Stellplatz (nicht den teuren offiziellen Platz für 25,– Euro die Nacht, sondern einfach auf einem Parkplatz beim Supermarkt Carefour). Von dort ging es gleich zu Fuß in die Innenstadt, wo wir beim Vorbeifahren schon viele Zelte gesehen hatten. Da muss was los sein! Aber das war doch enttäuschend.

Es war eine Thai-Party mit Thai-Musik (schrecklich) und Tänzen auf einer Bühne, und sehr, sehr vielen Tischen und Stühlen auf dem Platz, aber insbesondere ca. 20 „Thai-Fress-Buden“. Praktischerweise gab es da gleich unser Abendessen, leider lag alles voller Müll, auf und unter den Tischen, da sind wir dann schnell weitergangen durch die Altstadt.

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Brügge

Dort war richtig „was los“, denn Brügge war belgischer Fußballmeister geworden und entsprechend viele Fans mit entsprechender Stimmung waren in Brügge unterwegs.

Das Wetter war ganz schön, es schien sogar die Sonne, im Schatten allerdings wurde es sehr kalt und so waren wir froh, wieder in unserem kuscheligen Womo anzukommen.

Den nächsten Tag haben wir uns nochmal Brügge angesehen, es lohnt sich wirklich. So viele winkelige und enge Gassen und so viele kleine Häuschen, viel Wasser und vielen, vielen Brücken. (s. Bild oben).  Dazu das nächste Glück: Heute, am Pfingstmontag, hatten tatsächlich einige Geschäfte in der Innenstadt geöffnet und wir fanden tatsächlich einen Laden, der ein entsprechendes Ladekabel für unser Navi hatte. Das ist doch schön

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Oostende

Dann aber ging es weiter über Oostende  nach Dunkerque und hier stehen wir auf einem P beim Fähranleger, denn morgen früh geht von hier die Fähre nach Dover.

 

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Oostende

Liebe Grüße
Helga und Adalbero

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Teil 2 — unserer Reise mit dem Wohnmobil nach Irland: Südengland

Rundbrief 2/2016 unserer Reise nach Irland

19.5.2016

Hallo liebe Freunde,

gar nicht lang auf der Fähre, leuchteten uns auch schon die weißen Kreidefelsen von Dover in der Sonne entgegen. Und kaum in Dover/England angekommen, sahen wir nach den ersten Schildern „links fahren“ (auch auf deutsch !) ein weiteres Schild: „Truck stopp, Shower“. Dem Schild folgten wir sofort, denn in England ist es – im Gegensatz zu anderen Ländern – nicht so ganz einfach, das Abwasser vom Womo los zu werden und Frischwasser zu tanken. So nutzen wir natürlich gern andere Gelegenheiten zum Duschen, als in unserem Womo. Und für 2,– Pfund / Person waren wir wieder frisch. Außerdem gab es freien Internet-Zugang, so dass ich gleich meinen ersten Rundbrief absenden konnte.

So ging es gleich weiter zum ersten Ziel: Sissinghurst Castle and Garden. (s. Bild oben)

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Sissinghurst Castle and Garden

Das soll einer der schönsten Gärten Englands sein. Aber als erstes erwarben wir dort eine Mitgliedschaft beim „National Trust“ für 1 Jahr. National Trust oder auch Heritage sind Gesellschaften, denen viele Altertümer, Burgen, Gärten pp übertragen werden und die Mitglieder dieser Gesellschaften setzen alles instand und pflegen es. Natürlich kostet das alles Eintritt (z.B. Sissinghurst Castle and Garden = 12,– Pfund pro Person). Das würde unglaublich an der Substanz des Portemonnaies rütteln, aber die Mitgliedschaft kostet für 1 Person und 1 Jahr nur 63,– Pfund. Die zweite Person war aufgrund unseres Schwerbehindertenausweises frei. Somit können wir uns in ganz England, Wales und Nordirland Hunderte von Sehenswürdigkeiten kostenlos ansehen – wenn wir denn so viel Zeit hätten. Eine entsprechend dicke Broschüre gibt es kostenlos gleich dazu.

Das lohnt sich, wie wir aus der Vergangenheit wissen, und heute haben wir uns gleich noch die 2. Burg angesehen: Bodiam Castle. Das ist zwar nur noch eine Ruine, aber was für eine! Trutzig thront sie inmitten eines Sees und ist märchenhaft anzusehen.

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Bodiam Castle

Dann wurde es Zeit, einen Übernachtungsplatz anzusteuern. Auf den freuten wir uns besonders, denn dort in Brighton waren wir schon im Jahr 2010 und fanden ihn sehr schön.

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Teil 3 – unserer Reise mit dem Wohnmobil nach Irland: Südengland

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(Bild oben: typische Straße in England)

Auf dem Weg dorthin kamen wir aber noch an einem sehr alten Wunderwerk vorbei: dem „Long Man von Wilmington“.

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Long Man of Wilmington

„Hierbei handelt es sich um ein sog. „Scharrbild“. An einem Hang thront ein ca. 70 m großer Mann. Das genaue Alter ist unbekannt, man vermutet aber, dass es aus der Eisenzeit stammt. Damals wurde der Bewuchs weggekratzt, so dass die weißen Kreidefelsen zum Vorschein kamen und so die Umrisse dieses Riesen, der in jeder Hand einen noch größeren Stab hält, sichtbar wurden. Diese Umrisse werden heute mit weißen Betonklötzen aufgefüllt, damit es weiterhin auch aus der Ferne gut sichtbar ist.“

Leider war dann Brighton eine große Enttäuschung. Hatten wir 2010 hier einen schönen Stellplatz direkt am Meer zum Übernachten gefunden, inmitten wunderbarer Jugendstil-Arkaden, so sind diese heute alle mit einem hässlichen Zaun abgesperrt, alles ist total vergammelt und Mengen von Müll sammeln sich hinter dem Zaun. Dazu kostet es inzwischen Parkgebühren. Für eine solche Umgebung? Nein danke, so sind wir weitergefahren zum nächsten Seebad: Worthing. Zwar waren Parkplätze dort auch nicht gerade üppig gesät, aber wir fanden doch in Strandnähe inmitten des Wohngebietes ein Plätzchen zum Übernachten.

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Teil 4 – unserer Reise mit dem Wohnmobil nach Irland: Südengland – Stonehenge

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Der traumhafte Wetterbeginn in England hat sich – wie typisch hier – von einem Tag zum anderen grundlegend geändert. Am Vormittag, gerade als wir die Burg Arundel besichtigen wollten, hat es wie aus Kübeln geschüttet. So sind wir nach Chichester weitergefahren und haben dort in der Kathedrale das wunderbare Kirchenfenster von Chagall besichtigt.

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Chagall-Kirchenfenster in der Kathedrale von Chichester

 

Der Regen hörte auf und wir fuhren erneut nach Stonehenge, denn wir wussten, dass der Eintritt dort mit unserer National-Trust-Karte es frei ist, ansonsten würde er inzwischen 19,00 Pfund pro Person kosten.

So stand ich inzwischen zum 3. Mal vor dem unglaublichen Monument, das vor ca. 4.500 Jahren von Menschenhand geschaffen wurde. (s. Bild oben) Es war genauso beeindruckend und tief im Innern berührend, wie beim ersten Mal.

Nicht weit entfernt befindet sich die Stadt Salesbury. Die dortige Katherale hat mit 123 m den höchsten Kirchturm Englands. Der Bau wurde im Buch von Ken Follet: „Die Säulen der Erde“  beschrieben und inzwischen auch verfilmt). Zum 3. Mal stand ich staunend in der Kathedrale und konnte es kaum glauben, dass Menschen vor tausend Jahren in der Lage waren, ein solches Bauwerk zu schaffen.

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Kathedrale in Salesbury

Da inzwischen draußen ein Gewitter niederging, verweilten wir in der trockenen Kathedrale und lauschten einer Messe, bei der ein wunderbarer Kinderchor sang und die Orgel spielte. So hatte das Gewitter-Wetter auch sein Gutes.

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Teil 5 – unserer Reise mit dem Wohnmobil nach Irland: Südengland – Corfe Castle

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Am nächsten Tag stand die Ruine der einstmals bedeutendsten Burg Englands auf dem Programm: Corfe Castle (s. Bild oben).

„978 wurde mit dem Bau von Corfe Castle begonnen. Es hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich, zeitweise (1572) gehörte es Queen Elizabeth I.1646 wurde es von parlamentarischen Truppen geschleift. Seither steht es dort nur noch als Ruine.“

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Die Ruine von Corfe Castle im englischen Ort Corfe in der Grafschaft Dorset

Die imposanten Ruinen thronen oben auf dem Berg mit einem Blick rundherum ins Land und unten umgeben mit einem „Puppenstubendorf“. Wir haben nur so gestaunt, wie die Menschen vor über 1000 Jahren so stabiles Mauerwerk bauen konnten. Dazu gab es bei strahlendem Sonnenschein die tollsten Fotomotive.

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Weißes Pferd bei Osmington

Dann haben wir nochmal gestaunt über ein weiteres Scharrbild, eines der vielen „weißen Pferde“, die wie der Long Man an einem Hügelhang aus dem Bewuchs herausgekratzt wurde, damit der weiße Kalkstein darunter sichtbar wird.

Liebe Grüße

Helga und Adalbero

Teil 6 – unserer Reise mit dem Wohnmobil nach Irland: Südengland – Dunster Castle

Rundbrief 3/2016 unserer Reise nach Irland

20.5.2016

Hallo liebe Freunde,

heute haben wir wieder ein schönes Schloss besichtigt: Dunster Castle – s. Bild oben –  (Baubeginn 12. Jahrhundert), dieses Mal keine Ruine, sondern gut erhalten und sehr schön möbliert. Es steht oben auf einem Berg und ist schon von weitem zu sehen.

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Dunster Castle oberhalb des Ortes Dunster in der englischen Grafschaft Somerset

Am Fuß des Berges befindet sich noch eine Wassermühle aus dem 18. Jahrhundert. Beides ist umgeben von einem wunderbaren Park, durch den wir zum Schloss hinaufstiegen. Ein Besucher dort bemerkte, dass wir aus Deutschland kommen und machte uns eine besondere Freude: Er setzte sich an ein dort stehendes Klavier und spielte uns wunderbare Stücke vor. Eine sehr nette Geste, über die wir uns auch sehr gefreut haben.

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Besucher im Dunster Castle, der für uns am Klavier spielte

Danach ging es Richtung Glastonbury, aber nicht nach Glastonbury hinein, denn dort waren wir schon. Obwohl es ein wirklich interessanter, insbesondere mystischer Ort ist. Schon von weitem sahen wir, wie aus der Ebene ein kegelförmiger Berg emporragt, auf dem sich oben ein Turm befindet. Das soll das versunkene Avalon sein und in den Überresten der dortigen Abbey soll sich das Grab von King Arthur und seiner Frau Guinevere befinden, auch der Heilige Gral soll dort vergraben sein. Wie gesagt – wir waren schon mal dort. Aber der Berg mit dem „Glastonbury-Tor“, der von weitem sehr seltsam aus der Ebene herausragt, mutet wirklich sehr mystisch an.

Wir sind der Mystik aber ausgewichen und sind ganz banal und real in das dortige „Clark-Village“ gegangen. Dieses Outlet-Center liegt direkt neben der Fabrik von Clark-Schuhen und natürlich sind wir nicht ohne neue Schuhe dort wieder weggegangen.

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Teil 7 – unserer Reise mit dem Wohnmobil nach Irland: Südengland – Wells

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Zum Ende des Tages haben wir die Kathedrale von Wells (s. Bild oben), dessen Portal von der späten Nachmittagssonne wunderschön beleuchtet wurde, besucht.

„Wells ist die früheste gotische Kirche, die vollständig mit Spitzbögen ausgestattet ist. Mit dem Bau der heutigen Anlage wurde zwischen 1186 und 1191 begonnen. Die Westfassade hat eine Breite 49 Metern und besitzt fast  300 mittelalterlichen Statuen.“

Das Besondere im Innern dieser Kathedrale ist die Konstruktion der berühmten Scherenbögen („scissor arches“).

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Kathedrale in Wells mit den Scherenbögen

 Auch hier haben wir zum Ende einer Messe noch die Orgelmusik in der traumhaften Akustik dieser fantastischen Kathedrale erlebt. Ja, diese Kathedrale konnte ich nicht auslassen, obwohl wir diese auch schon einmal gesehen haben.

Sie ist für uns eine der beeindruckendsten Kathedralen, die es gibt.

Nach diesen tiefgehenden Eindrücken wollten wir gar nicht weiter fahren, sondern fanden beim dortigen „Leisure-Center“, nach Besuch und einer kleinen Trainingseinheit im Schwimmbad, einen passenden Übernachtungsplatz.

Außerdem gibt es hier freies Internet und so kann ich diese Mail auch gleich absenden.

Liebe Grüße

Helga und Adalbero