Teil 35 – unserer Reise mit dem Wohnmobil nach Irland: Londonderry

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Am Nachmittag waren wir dann in Londonderry oder kurz: Derry.

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Derry – neue Brücke „Peace Bridge“

„Derry – die neue Brücke „Peace Bridge“ wurde im Juni 2011 eröffnet und ist  235 m lang und 4 m breit und nur für Fußgänger und Radfahrer bestimmt als Verbindung zwischen den jeweils überwiegend katholischen bzw. protestantischen Wohnvierteln“

 

 

Das Denkmal „Hands across the Divide“ symbolisiert die Versöhnung der jahrzehntelang verfeindeten Volksgruppen und zeigt, dass sie nun in Derry zusammenarbeiten.

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Derry – Friedensdenkmal

Die  bekannten und im Buch angegebenen Stellplätze gab es nicht mehr oder waren mit Höhenbalken versperrt, so dass wir etwas ratlos waren, aber gleich hinter einem versperrten Platz gab es einen großen Parkplatz direkt am Wasser und neben einem ehemaligen Eisenbahn-Museum. Seltsamerweise war dieser schöne und sehr stadtnahe Platz komplett leer und wir wussten nicht recht, ob wir dort bleiben dürfen. Aber drei verschiedene Leute, die wir angesprochen haben, bestätigten uns, dass ein Übernachten dort kein Problem ist. Allerdings, kaum dass wir uns auf diesem Platz eingerichtet hatten, gab es einen sehr heftigen Regenschauer, der aber bei dem schwülen Wetter richtig gut tat. Hoffentlich hat er auch die Midges vertrieben.

Ja, die Midges waren weg und am Abend sind wir noch nach Derry hineingegangen, allerdings nicht lange, denn irgendwie waren wir doch etwas unruhig und hatten ein ungutes Gefühl, unser Womo so völlig allein auf dem großen Parkplatz stehen zu lassen – schließlich haben wir schon zwei Mal schlechte Erfahrungen gemacht und sind dadurch doch etwas vorsichtiger geworden.

Es ist aber alles gut gegangen und wir haben eine sehr gute und ruhige Nacht ganz allein auf einem großen Parkplatz in schöner Lage in Derry verbracht.

Darum konnten wir uns auch am nächsten Tag in aller Ruhe Derry ansehen. Vor 6 Jahren haben wir hier eine Stadtrundfahrt gemacht – dieses Jahr haben wir Derry zu Fuß erkundet. Und das lohnt sich wirklich, eine sehr sehenswerte Stadt, insbesondere natürlich der Stadtteil Bogside.

„Hier gab es am 30. Januar 1972 den „Bloody Sunday“. Die nordirische Gesellschaft für Bürgerrechte hatte einen friedlichen Marsch organisiert, um gegen die im Jahr zuvor von den Briten unrechtmäßigen Inhaftierungen zu demonstrieren. Etwa 15.000 Menschen nahmen daran teil. Sie trafen auf Barrikaden der britischen Armee. Die Sache eskalierte, Soldaten eröffneten das Feuer auf die unbewaffneten Demonstranten. 14 Menschen starben, sechs davon waren erst 17 Jahre alt. Keiner der Soldaten oder Offiziere wurden jemals dafür belangt, die Sache nie richtig aufgeklärt. Die IRA erhielt daraufhin großen Zulauf.“

Da muss man sich wirklich nicht wundern, wenn die Konflikte zwischen Irland und Nordirland niemals richtig beigelegt wurden.

Diese Vorfälle und die Problematik wurden auf großen Bildern an den Hauswänden dargestellt und es macht sehr nachdenklich (s. auch Bild oben).

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Blick von der 1,5 km langen und bis zu 8 Meter hohen begehbaren Stadtmauer aus dem 17. Jahrhundert auf den Stadtteil Bogside mit dem Gemälde zur Erinnerung an „Annette McGavigan, die 1971 mit 14 Jahren als 100. ziviles Opfer von britischen Soldaten in der Bogside erschossen wurde“.

 

 

 

 

Ansonsten gibt es in Derry noch eine sehr gut erhaltene Stadtmauer, die sich rings um die Altstadt zieht. Von hier hat man gute Ausblicke auf die Stadt .

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